Empfehlungen zur Musikanlage im Geländewagen / Expeditionsmobil
sowie Bestückungs-Empfehlungen zur "Bluesbox"
Im Folgenden geben wir Empfehlungen für geeignete Komponenten beim Einsatz unserer "Bluesbox". Diese umfassen geeignete Subwoofer, Satelliten-Lautsprecher sowie Verstärkerempfehlungen. Wir empfehlen in diesem Zusammenhang nur Komponenten über die wir eigene Erfahrungen haben oder die nach unabhängigen Testberichten ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungsverhältnis haben und/oder von überragender Qualität sind. Dies soll nicht bedeuten, dass andere Komponenten kein vergleichbares Qualitätsniveau erreichen können. Allgemein war unser Ziel, den Nutzraum des Defenders so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Natürlich lassen sich die Empfehlungen aber entsprechend auf andere Fahrzeuge übertragen!
Unser Service reicht von der markenunabhängigen Beratung über die Beschaffung der Komponenten bis hin zum Einbau und der Realisierung einer Komplettanlage für verschiedene Fahrzeugtypen.
Subwoofer:
Allgemein wird beim Einsatz von Subwoofern viel zu wenig berücksichtigt, dass bestimmte Chassis nur in dafür geeigneten Gehäuseabstimmungen optimale Ergebnisse erzielen können. Dabei muss die mechanische ("Härte" der Membranaufhängung) und elektrische Bedämpfung des Chassis, das Gehäusevolumen und die Gehäusebauart aufeinander abgestimmt sein.
Wir haben die Bluesbox in der Standardausführung für "halb-harte" Membranaufhängungen konzipiert und mit Chassis von Mac Audio (Typ Absolute 300 mit 30 cm Korb oder 250 mit 25 cm Korb) sehr gute Erfahrungen gemacht. Beide haben einen stabilen Alu-Druckgusskorb, Alu-Membrane und einen belüfteten Magneten (Einbautiefe 18 bzw. 16 cm). Durch die "halb-harte" Membranaufhängung kommen die Chassis mit dem relativ kleinen Gehäusevolumen der Cubbybox aus, die ja zudem auch für Utensilien und einen Atlas nutzbar bleiben soll. Zur Verbesserung des Wirkungsgrads und der Tiefbasswiedergabe haben wir ein "Transmission-Line" Gehäuseprinzip mit Bassreflexöffnungen im Boden der Cubbybox verwirklicht (eine Öffnung beim 250er, zwei Öffnungen beim 300er). Geeignete Subwoofer mit außergewöhnlich geringer Einbautiefe und entsprechend größerem Nutzraum in der Cubbybox liefert die Firma Phase Linear mit der "Aliante"-Baureihe. Diese Chassis haben eine anerkannt überragende Qualität, sind aber sehr teuer.
Harte Membran-Aufhängungen (meist als "Free Air - Woofer" bezeichnet) wie sie im Car-Audio-Bereich sehr verbreitet sind, benötigen große, wenig bedämpfte Gehäuse und sind wegen des recht kleinen Gehäusevolumens für die Cubbybox ungeeignet !
Demgegenüber bieten Chassis mit weicher Membranaufhängung durchaus Vorteile in kleinen Gehäusen, insbesondere im Tiefbassvolumen; sie schlagen aber in offenen Gehäusen und hoher Verstärkerleistung schnell am Korb an und sind deshalb im Car-Audio-Bereich wenig verbreitet. Helix (AudioTec Fischer) liefert aber geeignete Chassis (HXS 1006 als 25 cm Chassis bzw. 1206 als 30 cm Chassis), die ohne Bassreflexöffnungen in der Cubbybox auskommen und somit etwas mehr Nutzraum ermöglichen.
Achtung: Da die Bezeichnung "Free Air - Woofer" offensichtlich verkaufsfördernd ist, werden oft auch Chassis mit halb-harter oder weicher Aufhängung fälschlicherweise mit dieser Bezeichnung versehen!
Satelliten-Lautsprecher (Front):
Um den Aufwand in Grenzen zu halten (Einbau und Kosten), empfehlen wir ein 10 cm-Komponentensystem (z.B. Helix HXS 234, Phase Linear PC100.20 oder als besonders hochwertige Alternative MB Quart QSD 210) bestehend aus 10 cm Mitteltöner, Frequenzweiche und separatem Aufbau-Hochtöner. Die Mitteltöner werden dann anstelle der Original-Lautsprecher montiert und der Hochtöner oben auf dem Armaturenbrett auf- oder eingebaut. Im Vergleich zu 10 cm Koaxialsystemen mit integriertem Hochtöner hat dies den Vorteil einer besseren Abstrahlcharakteristik des relativ kritischen Hochtonbereichs. Insgesamt wird so ein sehr angenehmes und erstaunlich räumliches Klangbild erzielt, das wirklich ausgeglichen und auch im Hochtonbereich weder zu dumpf noch zu spitz/aggressiv klingt.
Auch ein einzelner Zusatzhochtöner (mit integrierter Frequenzweiche) in Verbindung mit den Original-Mitteltönern wäre einen Versuch wert, wir haben dazu aber keine eigene Erfahrung. Dabei müsste allerdings unbedingt der Wirkungsgard der Chassis ("Empfindlichkeit") zusammenpassen damit sich eine ausgewogene Balance zwischen Mittel- und Hochtonpegel ergibt!
Wenn man separate Hochtöner auf dem Armaturenbrett vermeiden will, so wäre auch das 10 cm Koaxial-Chassis von Helix (HXS 104) eine geeignete Alternative, bei dem sich der zentrale Hochtöner immerhin um maximal 30 Grad neigen und dadurch besser in Richtung Kopf ausrichten lässt; da die Original-Einbauöffnung aber doch ziemlich in den Fußraum orientiert ist, wird sich eine etwas dumpfe Hochtonwiedergabe aber wohl nicht völlig vermeiden lassen.
Satelliten-Lautsprecher (Heck):
Zusätzliche rückwärtige Satelliten-Lautsprecher haben den großen Vorteil, dass sie Fahrgeräusche (bei gleicher Lautstärke!) besser maskieren als eine einseitige Beschallung von vorn! Sie setzen aber eine Vier- bzw. Fünf-Kanal-Verstärkertechnik voraus. Für diesen Zweck empfehlen sich kleine, geschlossene 2-Weg-Boxen wie z.B. Canton Plus XS / MX / X, JBL Control 1 G oder Magnat Vector Needle. Alternativ lassen sich auch Koax- oder separate Mehrwegesysteme in die Heckverkleidung oder in Einbaumöbel integrieren.
Verstärker:
Empfehlungen zur Verstärkerleistung:
Natürlich kann man mit den Verstärkern moderner Autoradios (meist ca. 20-40 Watt pro Kanal) gut und laut Musik hören und messtechnisch wird man im Mittel auch bei lautem Wiedergabepegel ohnehin selten mehr als 10 Watt nutzen. Allerdings ist zu bedenken, dass mit der dynamikreichen Musik moderner Wiedergabemedien (z.B. CD) ganz locker ein Dynamikbereich von 60 dB und mehr abgedeckt wird. Das bedeutet, dass Lautstärkespitzen (für Sekundenbruchteile) bis zu 1 Million mal mehr Leistung benötigen als die leisesten Musiksignale. Berücksichtigt man ferner, dass für doppelte Lautstärke die vierfache Verstärkerleistung benötigt wird, erscheint die Frage nach angemessenen Leistungsreserven von Verstärkern schon in einem ganz anderen Licht. Die Praxis zeigt, dass man beispielsweise mit 20 und 200 Watt-Verstärkern zwar ähnlich laut hören kann, die Wiedergabe beim Verstärker mit höheren Leistungsreserven aber viel "lockerer, souveräner und unangestrengter" klingt, da hier die Dynamikspitzen nicht einfach durch Begrenzung gekappt und durch Übersteuerung des Verstärkers verzerrt werden. Dazu kommt, dass manche Car-Audio-Systeme einen relativ geringen Wirkungsgrad haben und dadurch im Vergleich zu Heimanlagen oft ohnehin schon einen erhöhten Leistungsbedarf haben. Und schließlich wird man bei der Geräuschkulisse im Landy nicht gerade besonders leise hören...
Wir empfehlen deshalb für anspruchsvolles Musikhören eine Verstärkerleistungen von 60-100 Watt pro Kanal für die Satellitenlautsprecher und rund 150 Watt für den Subwoofer (Spitzenleistungen an 4 Ohm).
Produktempfehlungen:
Aus folgenden Gründen hat sich die Helix-Verstärkerbaureihe von Fischer-Audiotec besonders bewährt:
In ausgiebigen Hörvergleichen (mit Heimverstärkern der 8.000,- Euro-Klasse) schnitten diese Verstärker sowohl klanglich als auch bezüglich Belastbarkeit und Stabilität wirklich erstaunlich ab (getestet mit der Helix HXQ 400). Selbst von bekanntermaßen kritischen Lautsprechern (an denen schon echte "Verstärkerlegen" ins Wanken gekommen sind) ließ sich der Verstärker nicht aus der Ruhe bringen!
Empfehlung für 4-Kanal-Satellitenbetrieb (5-Kanalverstärker):
Für diesen Einsatzzweck ist das Modell HXA 500 als 5-Kanal-Endstufe mit integriertem leistungsstarken Subwooferkanal ideal geeignet (die Version Q mit zusätzlichem parametrischem Subwoofer-Equalizer Ausgang kann man sich in aller Regel sparen). Durch die aktiven Frequenzweichen, die standardmäßig als Hoch- oder Tiefpass geschaltet werden können, ist nicht nur eine adäquate Ansteuerung des Subwoofers gegeben, sondern auch die Befreiung der Satellitenlautsprecher von dem Subwoofer-Frequenzbereich. Dies spiegelt sich in einem deutlich verzerrungsärmeren Klangbild wider, da die kleinen Satellitenlautsprecher mit den tiefen Frequenzen überfordert sind. Sollen für den Subwooferkanal noch größere Leistungsreserven realisiert werden, so empfiehlt sich ein Vierkanal- plus ein zusätzlicher Monoverstärker (z.B. Helix HXA 400 plus Helix HXA 1000 XQ) oder ein Vierkanal- plus ein gebrückter Stereoverstärker (z.B. Brax X 2400 plus Brax SPL Competition). In 99% aller Fälle halten wir aber die Leistungsreserven der HXA 500 für locker ausreichend!
Empfehlung für 2-Kanal-Satellitenbetrieb (4-Kanalverstärker):
Soll aus Kosten- oder Platzgründen (Pickups) der Mittel-/Hochtonbereich von nur 2 Satelliten im Armaturenbrett abgestrahlt werden, dann erreichen Sie mit dem 4-Kanal-Verstärker Helix HXA 400 dasselbe Klangniveau! Bei begrenzterem Budget sind auch die Modelle Helix HXA 40 / 40X sehr zu empfehlen. Auch hier besteht die Möglichkeit der adäquaten Subwooferansteuerung mit aktiver Frequenzweiche und Befreiung der Satellitenkanäle vom Subwoofer-Frequenzbereich; allerdings sollte hier der Subwoofer im Brückenbetrieb zweier Verstärkerkanäle betrieben werden um entsprechende Leistungsreserven zu realisieren oder aber ein Subwoofer-Chassis mit Doppelschwingspule eingesetzt werden. Natürlich erfüllen auch 2 Stereoverstärker denselben Zweck wie ein Vierkanalverstärker und bieten dann noch größere Leistungsreserven als beispielsweise der Helix HXA 400 (z.B. zwei Brax SPL Competition oder Brax X2000). Auch hier sollten man sich aber genau überlegen, ob derartige Leistungsreserven wirklich benötigt werden.
Einsatz von Stereoverstärkern:
Sofern der Verstärker für die Parallelschaltung mehrerer Lautsprecherchassis geeignet ist (2-Ohm-Stabilität), lässt sich ein Subwoofer auch über Stereoverstärker betreiben (z.B. .Helix HXA 20 / 20X). Voraussetzung dazu ist eine passive Frequenzweiche, die das Frequenzspektrum zwischen Subwoofer und Satellitenlautsprecher aufteilt (meist als "Tri-mode-Weichen" bezeichnet). In der Regel wird dann ein Subwoofer mit Doppelschwingspule (für die beiden Stereokanäle) benötigt (z.B. Helix HXS-Baureihe). Im Vergleich zu einer 4- oder 5-Kanal-Verstärkerlösung hat dies jedoch zwei klare Nachteile: zum Einen kann die Klangbalance zwischen Satelliten und Subwoofer nicht (oder je nach Frequenzweiche nur in wenigen Stufen) variiert werden; der Tiefbassanteil ergibt sich deshalb "zufällig" aus dem Wirkungsgrad ("Empfindlichkeit") von Subwoofer- und Satelliten-Chassis. Zum Anderen stehen für Subwoofer und Satellitenlautsprecher zwangsläufig dieselben Leistungsreserven zur Verfügung. Da der Leistungsbedarf bei tiefen Frequenzen in aller Regel deutlich höher als im Mittel-/Hochtonbereich liegt, ist die Verstärkerleistung entweder für den Subwoofer zu knapp bemessen oder aber es stehen für die Satellitenlautsprecher unnötig hohe Leistungsreserven zur Verfügung. Wir raten deshalb von dieser Lösung ab, zumal sie kaum billiger als die oben beschriebene 4-Kanal-Verstärkerlösung kommt.
Verkabelung:
Die Verkabelung von Car-Audio-Komponenten ist kein banales Thema. Es macht keinen Sinn, in hochwertige Hardware zu investieren und dann an der Verkabelung zu sparen! Wenn man einige wenige Grundsätze beherzigt, dann kann man nicht nur viel Geld sparen sondern sich auch richtig an der erzielten Wiedergabequalität freuen.
Hier ist zunächst wichtig, auf eine solide Stromversorgung zu achten, denn durch die hohen Leistungsreserven des Verstärkers können kurzzeitig Spitzenströme von bis zu 100 A fließen. Wenn Sie hier also am Kabelquerschnitt sparen, dann geht ihre Stromversorgung bei Impulsspitzen in die Knie; ein impulsives, lebendiges Klangbild mit anspringender Dynamik kann man dann (auch bei Verwendung hochwertiger Komponenten) vergessen. Gönnen Sie dem Endverstärker also ruhig 10-16 mm² starke Zuleitungen (im Plus- und im Minuskabel) und vermeiden Sie unnötig lange Kabel. Schließen Sie die Stromkabel DIREKT (!) an der Batterie an und führen Sie die Plus-Zuleitung über eine Hochstromsicherung (je nach Verstärker mit 40, 60 oder 80 A). Bei Zuleitungen von nur wenigen Metern kann man sich dann die teuren Hochleistungs-Kondensatoren ("Power-Caps") zur Strompufferung am Verstärkereingang locker schenken!
Auch bei der Lautsprecherzuleitung sollte man unnötig lange Kabel unbedingt vermeiden, denn gerade hier kann man die Nachteile großer Längen NICHT durch dicke Kabel kompensieren: Man treibt dann den Teufel mit dem Belzebub aus, da zumindest dicke zweiadrige Kabel klanglich enttäuschen (besonders im Mittel-/Hochtonbereich). Für den Subwoofer sind solche Kabel (4-6 mm²) gut geeignet, aber auch hier möglichst unter 3 m Länge bleiben. Wenn sich Kabellängen von 5 Meter und mehr nicht vermeiden lassen, dann verwenden Sie 4- oder 6-polige Kabel mit 1,5 mm² pro Ader und schalten jeweils 2 bzw. 3 Adern kreuzförmig zusammen. Man hat dann einen hohen Kabelquerschnitt (geringe Spannungsverluste) ohne den Effekt "eingebauter Frequenzweichen" durch hohe Kabel-Kapazitäten oder -Induktivitäten. Das Geld für sündteure "High-End-Kabel" investieren sie besser in CDs, einen Subwoofer oder eine hochwertige Frequenzweiche für die Satellitenlautsprecher. Gerade die passive Frequenzweiche hat einen erheblichen Einfluss auf die Klangqualität. Durch den Austausch der Standardfrequenzweiche gegen eine der Firma MB Quart gingen in unserem Landy (bei identischen Chassis) buchstäblich die Vorhänge auf!
Zur Verbindung zwischen Steuergerät (Radio/CD/Cassettenkombi) mit dem Verstärker sollte man auf hochwertige Cinchkabel mit doppelter Abschirmung achten und die Kabel möglichst nicht in direktem Kontakt zu stromführenden Kabeln verlegen (sofern sich das realisieren lässt...). Größere Längen sind hier übrigens weniger problematisch als bei den Lautsprecherkabeln. Um unnötigen Brumm zu vermeiden, sollte man die Minuskabel sämtlicher Audiokomponenten auf denselben Massepunkt legen (also am besten auf den Minuspol der Batterie).
Links
Hier finden Sie weitere Informationen zu den empfohlenen Komponenten:
Audiotec Fischer (Helix- und Brax-Produkte)
Canton (Infos zur Canton Plus-Serie finden Sie unter Heimkomponenten!)
Testberichte über unsere "Favourits" finden Sie hier (soweit verfügbar):